Selten sieht man die Kirche St. Michael in Großbüllesheim so voll wie gestern Abend. Zahlreiche Büllesheimer waren gekommen, um sich über die geplante Schredderanlage im IPAS zu informieren und Fragen an die Geschäftsführer der Fa. IMR zu stellen.
Trotz manch emotional beeinflussten Beiträgen ist aber festzuhalten, dass insgesamt sachlich und fair diskutiert wurde. Die beiden Geschäftsführer von IMR hinterließen jedoch einen sehr schlechten Eindruck bei den Anwesenden. Nicht nur, dass sie eine schlechte Präsentation mit fehlenden Seiten vorstellten, nein es wurde auch noch gedroht gegen den Verfasser des Bürgerflyers zu klagen. Daraufhin solidarisierten sich alle Anwesenden mit dem Verfasser und die Geschäftsführer hatten fortan einen schweren Stand.
Politik und Verwaltung waren bemüht die Bürger zu beruhigen und ihnen ihre Ängste zu nehmen, was aber nicht unbedingt gelang. Auf der Stadtratssitzung am 19.11.2009 wird nochmals über das Thema diskutiert.
Eindeutiger Appell der Bürger an die Politiker: Nehmt die Befürchtungen der Bürger und der Unternehmerschaft ernst und verhindert die Ansiedlung der Fa. IMR mit ihrem Schredder!
Die Grünen, die SPD, die UWV und die Linke werden sich heute in einem überparteilichen Fraktionstreffen nochmals über die Angelegenheit und den gestrigen Abend intensiv beraten. Die Grünen und die UWV haben bereits seit Beginn der Proteste auch in der Öffentlichkeit sehr deutlich gemacht, dass sie mittlerweile eine andere Einstellung zu der Ansiedlung haben.
Die Grünen bedauern, sich vorher nicht noch intensiver mit dem Bauvorhaben beschäftigt zu haben, sondern größtenteils den Verwaltungsvorlagen Glauben geschenkt zu haben. Im nachhinein ist dies als ein großer Fehler zu sehen und nun müssen wir schauen, wie wir aus dem Schlamassel wieder heraus kommen. Man beachte aber, dass wir im Gegensatz zu anderen gestern Abend anwesenden Parteien durchaus selbstkritisch sind.
Persönliche Angriffe von Seiten der FDP nehmen die Grünen daher gerne in Kauf: Ja auch wir haben dem Verkauf an die Fa. IMR zugestimmt. Nach den ausführlichen Informationen die wir nun aber von allen Seiten zugetragen bekommen, haben wir unsere Meinung geändert und sind gegen die Ansiedlung. Wenn Herr Morr nun meint uns angreifen zu müssen, bitte schön. Aber wir haben wenigstens verstanden, uns öffentlich zu Fehlern bekannt und vertreten nun die Interessen der Bürger aus Großbüllesheim. Nicht umsonst haben die Grünen die Anreise von Herrn Koch von Hamburg nach Euskirchen aus eigener Tasche bezahlt, nur damit er gestern Abend bei der Informationsveranstaltung dabei sein konnte.
Nun aber genug der Rechtfertigung: es heißt jetzt weiter zu kämpfen! Es ist jetzt egal, wer wann was beschlossen hat, sondern es ist wichtig, jetzt gemeinsam etwas gegen die Ansiedlung zu unternehmen, nachdem man endlich alle Fakten auf dem Tisch hat!!!
Die aktuelle Presseberichterstattung unter www.gruene-euskirchen.eu