Stadtrat: Kein Verkauf an IMR

Nun ist es wirklich beschlossene Sache: Der Rat der Stadt Euskirchen hat heute in einem gemeinsamen Antrag aller Fraktionen einstimmig beschlossen, das Grundstück im IPAS nicht an die Fa. IMR zu verkaufen.

Der Entscheidung vorausgegangen waren Stellungnahmen von Verwaltung und Fraktionen über die Entwicklung der letzten Wochen und Tage. Dabei waren durchaus selbstkritische Töne herauszuhören und allgemeiner Konsens war auch, dass IMR mit dem in letzter Zeit dargelegten Verhalten als verlässlicher Partner und sicherer Betreiber einer Schredderanlage nicht mehr tragbar ist.

Trotz der Entscheidung des Stadtrates läuft das Bundesimmisionsschutzverfahren jedoch unvermindert weiter. Deshalb ist es weiterhin dringend erforderlich, von der Möglichkeit Gebrauch zu machen, Eingaben gegen den Antrag der Fa. IMR zu verfassen. Der Bürgerverein Großbüllesheim wird sich weiter mit diesem Thema beschäftigen.

Grüne, SPD, UWV und Linke stellen weiterreichenden Antrag

Grüne, SPD, UWV und Linke haben sich darauf verständigt, unabhängig vom gemeinsamen Antrag von CDU/FDP, einen eigenständigen Ratsantrag zum Thema IMR einzureichen, der bereits in den letzten Wochen intensiv vorbereitet wurde. Der Antrag von CDU und FDP ist aus ihrer Sicht nicht umfassend genug und zu vage formuliert. Er klammert die Kritikpunkte der Bürgerinformation und -beteiligung aus. Anders ist dies beim Antrag der vier Fraktionen: explizit soll beschlossen werden, dass die Stadt Euskirchen zukünftig Bürger und umliegende Unternehmen frühzeitig und umfassend informiert.

Den Antrag finden Sie unter www.gruene-euskirchen.eu

Mehr als 400 Bürger bei Infoveranstaltung

Selten sieht man die Kirche St. Michael in Großbüllesheim so voll wie gestern Abend. Zahlreiche Büllesheimer waren gekommen, um sich über die geplante Schredderanlage im IPAS zu informieren und Fragen an die Geschäftsführer der Fa. IMR zu stellen.

Trotz manch emotional beeinflussten Beiträgen ist aber festzuhalten, dass insgesamt sachlich und fair diskutiert wurde. Die beiden Geschäftsführer von IMR hinterließen jedoch einen sehr schlechten Eindruck bei den Anwesenden. Nicht nur, dass sie eine schlechte Präsentation mit fehlenden Seiten vorstellten, nein es wurde auch noch gedroht gegen den Verfasser des Bürgerflyers zu klagen. Daraufhin solidarisierten sich alle Anwesenden mit dem Verfasser und die Geschäftsführer hatten fortan einen schweren Stand.

Politik und Verwaltung waren bemüht die Bürger zu beruhigen und ihnen ihre Ängste zu nehmen, was aber nicht unbedingt gelang. Auf der Stadtratssitzung am 19.11.2009 wird nochmals über das Thema diskutiert.

Eindeutiger Appell der Bürger an die Politiker: Nehmt die Befürchtungen der Bürger und der Unternehmerschaft ernst und verhindert die Ansiedlung der Fa. IMR mit ihrem Schredder!

Die Grünen, die SPD, die UWV und die Linke werden sich heute in einem überparteilichen Fraktionstreffen nochmals über die Angelegenheit und den gestrigen Abend intensiv beraten. Die Grünen und die UWV haben bereits seit Beginn der Proteste auch in der Öffentlichkeit sehr deutlich gemacht, dass sie mittlerweile eine andere Einstellung zu der Ansiedlung haben. 

Die Grünen  bedauern, sich vorher nicht noch intensiver mit dem Bauvorhaben beschäftigt zu haben, sondern größtenteils den Verwaltungsvorlagen Glauben geschenkt zu haben. Im nachhinein ist dies als ein großer Fehler zu sehen und nun müssen wir schauen, wie wir aus dem Schlamassel wieder heraus kommen. Man beachte aber, dass wir im Gegensatz zu anderen gestern Abend anwesenden Parteien durchaus selbstkritisch sind.

Persönliche Angriffe von Seiten der FDP nehmen die Grünen daher gerne in Kauf: Ja auch wir haben dem Verkauf an die Fa. IMR zugestimmt. Nach den ausführlichen Informationen die wir nun aber von allen Seiten zugetragen bekommen, haben wir unsere Meinung geändert und sind gegen die Ansiedlung. Wenn Herr Morr nun meint uns angreifen zu müssen, bitte schön. Aber wir haben wenigstens verstanden, uns öffentlich zu Fehlern bekannt und vertreten nun die Interessen der Bürger aus Großbüllesheim. Nicht umsonst haben die Grünen die Anreise von Herrn Koch von Hamburg nach Euskirchen aus eigener Tasche bezahlt, nur damit er gestern Abend bei der Informationsveranstaltung dabei sein konnte.

Nun aber genug der Rechtfertigung: es heißt jetzt weiter zu kämpfen! Es ist jetzt egal, wer wann was beschlossen hat, sondern es ist wichtig, jetzt gemeinsam etwas gegen die Ansiedlung zu unternehmen, nachdem man endlich alle Fakten auf dem Tisch hat!!!

Die aktuelle Presseberichterstattung unter www.gruene-euskirchen.eu

IMR-Protest nimmt Konturen an

Gestern abend gab es im überfüllten Pfaarsaal Großbüllesheim ein Nachbarschafts- und Informationstreffen bzgl. IMR. Nach zwei Vorträgen aus der Nachbarschaft und vom Bürgerverein Monheim waren alle Anwesenden besorgt über die Ansiedlung und ihre negativen Auswirkungen. Die anwesenden Politiker von Grünen, SPD und UWV bestätigten auf Nachfrage ausdrücklich, dass sie im Vorfeld von der Verwaltung unzureichend informiert wurden. Nun werde man parteiübergreifend unverzüglich entsprechende Schritte einleiten, um die  Ansiedlung der Fa. IMR noch zu verhindern. Erste Gespräche fanden bereits noch am gestrigen Abend statt.