Wahlumfragen NRW 2012 I

Wie werden die Wähler am 13. Mai entscheiden? Gibt es eine Mehrheit für Rot-Grün? Schafft die FDP den Sprung über die 5 %-Hürde? Werden die Piraten zweistellig? All diese Fragen werden jede Woche durch Forschungsinstitute anhand ihrer Wahlumfragen versucht zu beantworten. Die Insitute betonen dabei aber, dass es sich nicht um Vorhersagen für den 13.Mai handelt, sondern nur um ein Stimmungsbild für diesen Moment.

Ab sofort werden im Grünblog alle Wahlumfragen nach einem einfachen Schema analysiert, um ebenfalls ein Stimmungsbild zu liefern. Um Unterschiede in der internene Ergebnisgewichtung der Institute auszugleichen, werden die Umfragen aus bestimmten Zeiträumen kumuliert und dann der Mittelwert errechnet. Dieser liefert einen Trend und bereinigt die Umfragen von Ausreißern jeglicher Art. Sind genügend Wahlumfragen vorhanden, wird auch ein Trend innerhalb eines Institutes erstellt.

Den Anfang der Analyse machen die Umfragen von YouGov für den Kölner Stadt-Anzeiger und Sat 1 die seit Februar 2012 veröffentlich wurden. Es handelt sich um drei Umfragen. Als Mittelwert lassen sich folgende Stimmungswerte für die Parteien festhalten:

CDU: 32,7 %
SPD: 33,3 %
Grüne: 15,0 %
FDP: 3,0 %
Linke: 5,0 %
Piraten: 7,3 %
Sonstige: 3,7 %

Bei YouGov liegt über die Zeit die SPD also knapp vor der CDU. Die Grünen sind die mit Abstand stärkste der kleinen Parteien. Die FDP würde den Einzug ins Parlament klar verpassen, die Linke müsste zittern. Die Piraten wären deutlich drin. SPD/Grüne kommen demnach auf eine Mehrheit von zusammen 48,3 % gegenüber 45 % für CDU/Linke/Piraten.

Schauen wir uns das Institut Infratest dimap im Auftrag des WDR für den gleichen Zeitraum an (ebenfalls drei Umfragen), so ergibt sich folgendes Bild:

CDU: 32,7 %
SPD: 38,0 %
Grüne: 13,3 %
FDP: 3,3 %
Linke: 3,0 %
Piraten: 6,3 %
Sonstige: 3,3 %

Wieder ist die SPD stärkste Kraft, diesmal jedoch mit deutlichem Vorsprung vor der CDU. Die Grünen verlieren fast 2 Punkte, ebenso wie die Linke. Die FDP leicht verbessert, die Piraten 1 Punkt schlechter. Koalitionstechnisch käme Rot/Grün auf satte 51,3 %.

Obwohl beide Institute in den gleichen Zeiträumen ihre Daten erhoben haben, sind mitunter deutliche Unterschiede erkennbar (etwa bei der SPD). Daher nachfolgend ein Mittelwert aller Umfragen seit Februar 2012 (11):

CDU: 32,7 %
SPD: 36,8 %
Grüne: 13,1 %
FDP: 3,1 %
Linke: 3,8 %
Piraten: 7,0 %
Sonstige: 3,4 %

Zum  Abschluss der Betrachtung der Wahlumfragen bleibt noch die Analyse der letzten Wochen:

Kalenderwoche 11 (3 Umfragen)
CDU: 33,7 %
SPD: 36,0 %
Grüne: 14,7 %
FDP: 2,0 %
Linke: 4,3 %
Piraten: 6,0 %
Sonstige: 3,3 %

Kalenderwoche 12 (2 Umfragen)
CDU: 32,5 %
SPD: 39,5 %
Grüne: 11,5 %
FDP: 4,0 %
Linke: 3,5 %
Piraten: 5,5 %
Sonstige: 3,5 %

Kalenderwoche 15/16 (4 Umfragen)
CDU: 31,5 %
SPD: 38,0 %
Grüne: 11,3 %
FDP: 3,8 %
Linke: 3,3 %
Piraten: 9,0 %
Sonstige: 3,0 %

Die nächste Analyse der Wahlumfragen folgt, sobald mehr als zwei neue Umfragen veröffentlicht wurden.

Datenschutz im Grünblog

Mit dem heutigen Tag sind die Share-Buttons für Facebook, Twitter und Google+ im Grünblog auf ein neues Verfahren umgestellt, welches deutlich mehr Datenschutz bietet.

Die neuen Buttons sind standardmäßig nicht aktiv. Der Anwender muss zuerst durch einen Klick signalisieren, dass er jetzt mit Facebook, Google oder Twitter kommunizieren will. Erst dann werden die dafür notwendigen Skripte vom Betreiber der Netzwerk-Plattform geladen und somit auch Daten an diesen übermittelt. Möglich macht dies das 2-Klick-Konzept von Heise.

Mehr Informationen zum Konzept finden Sie hier.

Gegen das Vergessen – Patenschaften für Stolpersteine in Euskirchen

“Der Künstler Gunter Demnig erinnert an die Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihrem letzten selbstgewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing in den Bürgersteig einlässt. Inzwischen liegen Stolpersteine in über 300 Orten Deutschlands und in mehreren Ländern Europas, dazu gehört auch Euskirchen.

„Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“, sagt Gunter Demnig. Mit den Steinen vor den Häusern wird die Erinnerung an die Menschen lebendig, die einst hier wohnten. Auf den Steinen steht geschrieben: HIER WOHNTE… Ein Stein. Ein Name. Ein Mensch.

Für 120 € kann jeder eine Patenschaft für die Herstellung und Verlegung eines Stolpersteins übernehmen. Schon dreimal verlegte Gunter Demnig in Euskirchen und Flamersheim Stolpersteine für jüdische Bewohner unserer Stadt, zuletzt im Februar 2009.

Am 11. Juli 2012 ist es wieder soweit: Gunter Demnig wird an diesem Tag weitere ca. 45 Stolpersteine an 12 verschiedenen Stellen für Opfer des nationalsozialistischen Regimes in Euskirchen verlegen.

Es werden Paten gesucht, die das Projekt von Gunter Demnig in Euskirchen unterstützen möchten. Im Stadtarchiv werden die Namen und Adressen der Paten gesammelt. Alle für dieses Projekt notwendigen Informationen über die jüdischen Bewohner unserer Stadt können dort erfragt werden.

Wenn Sie Paten für einen Stolperstein werden möchten, der dann am 11. Juli verlegt wird, dann wenden Sie sich bitte bis zum 15. Mai an die MitarbeiterInnen des Stadtarchivs Euskirchen. Tel: 02251 / 14 361 (Dr. Gabriele Rünger) oder 14 437 (Sabine Dünnwald) oder per mail an gruenger@euskirchen.de oder sduennwald@euskirchen.de.”

 

Quelle: Stadt Euskirchen

Städtischer Haushalt im zweiten Anlauf

In der gestrigen Sondersitzung des Euskirchener Stadtrates wurde im zweiten Anlauf der städtische Haushalt 2012 verabschiedet. CDU und UWV sprachen sich für das Zahlenwerk aus, Grüne, SPD und FDP dagegen.

Der Verabschiedung vorausgegangen war eine lange Diskussion um Steuererhöhungen. Da in der letzten Ratssitzung keine Mehrheit für die vom Innenministerium vorgegebene Erhöhung der Grundsteuer B zustande kam, entschied sich die FDP-Fraktion dazu den gesamten Haushalt abzulehnen. Es kam zu der bekannten parteiübergreifenden Ablehnung von FDP, Grünen, SPD und UWV. Nur die CDU stimme im März dem Entwurf zu.

Da die Haushaltssatzung eine Pflichtsatzung einer jeden Kommune ist, musste der Bürgermeister eine Sonderratssitzung einberufen. Zudem wurde vom Bürgermeister der Ratsbeschluss zur Haushaltssatzung beanstandet, da er nicht die vorgegebene Steuererhöhung vorsah.

Gestern debattierten die Fraktionen daher erneut lange und intensiv über die Steuerproblematik. Folgendes Bild ergab sich:

Die Grünen sprachen sich für die Anhebung der Grundsteuer B auf den Landesdurchschnitt aus. Gleichzeitig beantragten sie eine Gewerbesteuererhöhung auf 430 %.

Die SPD koppelte ihre Zustimmung zur Grundsteuererhöhung an eine gleichzeitige Erhöhung der Gewerbesteuer.

Die FDP bekräftigte ihre Position und sprach sich für die höhere Grundsteuer B aus.

CDU und UWV lehnten jedwede Steuererhöhung ab.

Zunächst kam es zur Abstimmung über die Beanstandung des Ratsbeschlusses, welche gleichzeitig die Erhöhung der Gewerbesteuer B beinhaltete. Die FDP beantragte geheime Abstimmung. Das Ergebnis fiel eindeutig aus: Mit 14 Ja zu 34 Nein-Stimmen wurde die Beanstandung mehrheitlich zurückgewiesen und eine Erhöhung der Grundsteuer B abermals abgelehnt. Wie kam es zu dem deutlichen Ergebnis, obwohl sich drei Fraktionen für die Steuererhöhung ausgesprochen hatten? Die SPD hat vor der Abstimmung einen taktischen Fehler begangen. Anstatt den Antrag zu stellen, über Grund- und Gewerbesteuer im Ganzen abzustimmen, wurde einzeln abgestimmt. Die SPD wollte wie zuvor erwähnt, jedoch ein Koppelgeschäft der beiden Steuern. Hätte sie nun aber der Grundsteuererhöhung zugestimmt, wäre sie Gefahr gelaufen, dass der Grünen-Antrag dann trotzdem abgelehnt werden würde. Deswegen musste die SPD gegen die Grundsteuererhöhung stimmen. Natürlich ist dies durch die geheime Abstimmung nur Spekulation, aber die Ergebnisse lassen sich anhand der Stimmenzahl der Fraktionen entsprechend interpretieren.

Wie nun weiter? Die FDP hatte deutlich gemacht, dem Gesamtetat nur zuzustimmen, wenn die Erhöhung der Grundsteuer B enthalten wäre. Dies war nun zum zweiten Mal nicht der Fall. Die Grünen hatten sich unabhängig von den Steuerfragen bereits im Vorfeld gegen den Haushalt ausgesprochen, da er ihrer Meinung nach die falschen Prioritäten setzt. Die SPD würde nur zustimmen, wenn beide Steuern erhöht würden. Jedoch war die erste Erhöhung schon gescheitert. Und auch die UWV sprach sich zu diesem Zeitpunkt erneut gegen den Haushalt aus. Einzig die CDU wollte Haushaltsverantwortung übernehmen, gleichzeitig jedoch auf die vorgeschriebene Steuererhöhung verzichten.
Angesichts dieser Zwickmühle wurde die Sitzung für langere Zeit unterbrochen und fraktionsübergreifend nach Kompromissen gesucht. Letztendlich machte die FDP den Vorschlag, die Grundsteuer B wie gefordert zu erhöhen und gleichzeitig die Gewerbesteuer moderat um 175 000 € anzuheben. FDP, SPD und Grüne sprachen sich für diesen Kompromissvorschlag aus, betonten aber gleichzeitig, dass ihnen bewusst wäre, dass mit diesen Beträgen der Haushalt nicht saniert werden würde. Letztendlich ginge es aber um ein Symbol. Erneut wurde geheime Abstimmung in der Hoffnung beantragt, dass Abweichler aus den anderen ablehnenden Fraktionen doch noch der Steuererhöhung zustimmen. Das Ergebnis: 22 Ja, 25 Nein und 1 Enthaltung. Wieder abgelehnt! Erneute Sitzungsunterbrechung!

Der Bürgermeister machte allen Fraktionen klar, dass es einmalig in Nordrhein-Westfalen wäre, wenn sich ein Rat weigert, die pflichtige Haushaltssatzung zu beschließen. Als Konsequenz stünde Euskirchen ohne Haushalt da und müsste sich jede einzelne Aufgabe bei der Kommunalaufsicht genehmigen lassen. Freiwillige Aufgaben wären nicht mehr möglich gewesen. Die Fraktionen betonten, dass sie sich dessen bewusst wären, hielten aber an ihren Forderungen fest. Einzig die UWV vollzog eine Kehrtwende ihrer Position. Sie zeigte sich zustimmungsbereit, wenn in naher Zukunft (2015) das Euskirchener City-Forum verkauft wird. Eine solche Erklärung gaben Verwaltung und CDU-Fraktion ab und ließen darüber abstimmen. Mit Stimmen von UWV und CDU wurde dieser Vorschlag angenommen. Somit hatte die UWV einen Erfolg für sich verbucht und stimmte letztlich in namentlicher Abstimmung mit der CDU für die Haushaltssatzung. Grüne, SPD und FDP lehnten diese geschlossen ab.

Euskirchen hat nun also doch einen Haushalt für 2012 und entgeht knapp der ständigen Kommunalaufsicht. Ob das City-Forum aber tatsächlich verkauft wird, steht nicht fest. Denn bis 2015 ist es noch lang und 2014 gibt es Kommunalwahlen, die die politischen Mehrheiten in Euskirchen verändern können. Ob die UWV ihre Forderung dann immer noch durchsetzen kann, ist mehr als fraglich. Der CDU kann es egal sein, denn für sie zählt erstmal nur, dass der Haushalt 2012 angenommen wurde.

Bewerbungsrede

Am 23.03. habe ich mich auf der Wahlkreisversammlung der Grünen für die Direktkandidatur im Wahlkreis Euskirchen I beworben. Leider hat es damit nicht geklappt, aber meine Bewerbungsrede möchte ich dennoch nicht vorenthalten, denn die angesprochenen Themen bleiben weiterhin auf meiner Agenda:

Liebe Freundinnen und Freunde,

ich möchte mich Euch zunächst noch einmal vorstellen. Mein Name ist Sebastian Schubert, ich bin 24 Jahre alt und schon seit 7 Jahren Mitglied der Grünen. Ich bin mit 17 politisch aktiv geworden, weil mich die Entscheidungen der Lokalpolitik vor Ort geärgert haben und ich etwas dagegen tun wollte. Ich wollte die Welt verbessern, im Kleinen wie im Großen. Daher bin ich bei den Grünen gelandet, denn hier hatte ich das Gefühl, dass ich trotz meines jungen Alters ernst genommen werde. Und das hat sich bis heute nicht geändert und ich bin froh, diesen Schritt gegangen zu sein. Nachdem ich ab 2006 erste Erfahrungen als sachkundiger Bürger in der Ratsfraktion sammeln durfte, habe ich bei der Kommunalwahl 2009 für den Stadtrat kandidiert. In meinem Wohnort habe ich mehr als 18 % der Stimmen geholt, stadtweit lagen wir bei 11 %. Über die Liste bin ich dann in den Rat eingezogen und seitdem dessen jüngstes Mitglied. Die thematische Arbeit dort bereitet mir viel Freude, auch wenn die meisten unserer Vorschläge derzeit von CDU und FDP abgelehnt werden.

Mein Wille die Welt zu verändern ist immer noch vorhanden, wenn nicht sogar stärker ausgeprägt als zuvor und deswegen bewerbe ich mich heute bei Euch um die grüne Direktkandidatur im Wahlkreis Euskirchen I. In den vergangenen zwei Jahren haben wir als Teil einer Minderheitsregierung den Politikwechsel in Nordrhein-Westfalen begonnen und schon entscheidend vorangebracht, sei es mit der Abschaffung der Studiengebühren, dem Stärkungspakt Stadtfinanzen, dem Schulkonsens oder der Stärkung der Mitbestimmungsrechte.

Grün hat all das trotz einer fehlenden Mehrheit möglich gemacht! Umso wichtiger ist es jetzt, dass Grün weiter geht! Ich möchte mit meiner Kandidatur für noch stärkere Grüne vor Ort und im ganzen Land kämpfen und meinen Beitrag zu dieser Entwicklung leisten, damit es weiterhin grüne Politik in NRW gibt.

Wie in meiner schriftlichen Bewerbung bereits angeklungen ist, gibt es zahlreiche wichtige Themen, die bei der Landtagswahl hier im Kreis eine Rolle spielen werden. Ich möchte euch exemplarisch drei nennen ohne die anderen Themen hinten anzustellen, denn sie sind alle wichtig:

1. Lückenschluss der A1

Der Lückenschluss beschäftigt die Grünen schon seit mehreren Jahrzehnten. Immer wieder haben wir bewiesen, dass es bessere Alternativen gibt und voller Einsatz dafür gekämpft. Im Koalitionsvertrag 2010 konnten wir durchsetzen, dass die Nullvariante jetzt tatsächlich wieder eine echte Alternative ist und im weiteren Verfahren geprüft werden muss. Es ist eben völlig ohne Sinn, mit Millionen von Euro erst ein wunderschönes Naturgebiet zu schützen und für sanften Tourismus zu erschließen, um dann anschließend eine Autobahn mitten hindurch zu bauen. Die CDU mit ihren Pro-A1-Demonstrationen weiß das ganz genau, setzt aber stattdessen auf Bevölkerungsverdummung und gaukelt Wirtschaftswachstum durch den Lückenschluss vor. Doch genau das Gegenteil ist doch der Fall, wenn eine dem Tourismus zugewandte Eifel durch eine unnötige Transitstrecke durchschnitten wird und Naturräume zerstört werden.
Vielmehr gilt es, nachhaltigen Tourismus, ökologische Landwirtschaft und regionale Wirtschaftskreisläufe weiterhin in der Eifel zu etablieren. Dadurch werden zukunftsfeste Arbeitsplätze geschaffen und eben nicht durch LKWs die über die Transitautobahn fahren und die Eifel links liegen lassen und unsere Natur zerstören.

2. Massentierhaltung

Die Tierfabriken schießen auch hier vor Ort wie Pilze aus dem Boden, sei es in Euskirchen mit den mehr als 250.000 Legehennen oder in Mechernich mit der geplanten Putenmastanlage. Tiergesundheit, Haltungsbedingungen, Strukturen im ländlichen Raum, Auswirkungen auf den Naturschutz und die Ökologie müssen endlich mehr in den Fokus der Betrachtung rücken. Es handelt sich eben nicht mehr um traditionelle bäuerliche Landwirtschaft, sondern um reine Industriebetriebe. Deshalb muss Schluss sein mit der Privilegierung der Massentierhaltung im Baugesetzbuch und die künftige rot-grüne Landesregierung muss massiv dafür eintreten. Wir müssen die bäuerliche und ökologische Landwirtschaft stärken und uns für ein Ende der Geiz ist geil-Mentalität bei Lebensmitteln einsetzen. Hierfür will ich gemeinsam mit Euch kämpfen und Tieren und Verbrauchen eine Stimme geben!

3. Rechtsextremismus

Der Kreis Euskirchen hat ein rechtsextremes Problem! Das ist trotz gegenteiliger Aussagen leider unverkennbar. Überall tauchen Nazischmierereien, Plakate und Aufkleber auf und werden Treffen mit nationalsozialistischem Gedankengut abgehalten. Negativer Höhepunkt war vor kurzem die Todesdrohung gegen eine politisch aktive Schülerin in Euskirchen. So etwas dürfen wir nicht hinnehmen! Wir müssen in der Eifel endlich ein größeres Problembewusstsein für Rechtsextremismus in wirklich allen Bevölkerungsschichten entwickeln und die Menschen von der Meinung abbringen, dass es sich nur um Einzeltäter oder pubertierende Jugendliche handelt. Das Eifler Bündnis gegen Rechts geht hier mit gutem Beispiel voran, aber auch die Städte und Gemeinden und der Kreis Euskirchen müssen sich endlich ihrer Verantwortung bewusst werden und wirksame Maßnahmen gegen die Nazistrukturen entwickeln und sie zerschlagen.
Resolutionen mögen zwar ein erster positiver Schritt sein, aber solange die von allen demokratischen Parteien getragenen Taten nicht folgen, sind sie letztlich leider nichts wert. Lasst uns daher gemeinsam die Eifel zur nazifreien Zone machen und dafür im Wahlkampf kämpfen!

Neben den inhaltlichen Aspekten hat mich ein weiterer Grund zur Kandidatur bewogen: die politische Teilhabe. Seit Jahren haben wir in Bund, Land und Kommunen sinkende Wahlbeteiligungen. Bei der Kommunalwahl 2009 sind in Euskirchen nur 45 % der Wahlberechtigten wählen gegangen. Umgekehrt heißt das, dass sich mehr als die Hälfte der Bevölkerung nicht mehr für Politik interessiert hat. Für eine Demokratie, die bekanntlich auf dem Willen des Volkes basiert, ist aber eine solche Entwicklung mehr als kontraproduktiv. Wir müssen unsere Kräfte bündeln, damit die Wahlbeteiligung wieder steigt und die Demokratie im Ganzen gestärkt wird. Dafür will ich mich mit Euch einsetzen!

Gleichzeitig müssen wir uns aber auch an der Ursachenanalyse beteiligen und Lösungen anbieten. Warum sinkt die politische Teilhabe denn immer weiter? Haben sich die Parteien vielleicht zu weit vom Wähler und der Realität entfernt und sich teilweise ihre eigenen Traumwelten geschaffen? Besteht politische Teilhabe nicht aus mehr, als alle vier oder fünf Jahre ein Kreuzchen zu machen?

Bedingt durch den Aufstieg der sozialen Medien und der Protestkultur in den letzten Jahren, lässt sich mittlerweile ein Aufwachen und Umdenken bei manchen Parteien erkennen. Die Wählerinnen und Wähler werden thematisch wieder mehr mitgenommen und auch konkret in Entscheidungsfindungen einbezogen, wie wir zuletzt bei der sehr gut angenommenen Grünen-Umfrage zu den Ladenöffnungszeiten in NRW gesehen haben. Hier zeigen sich neue Ansätze von politischer Teilhabe, die wir nun auch bei uns im Kreis Euskirchen etablieren müssen. Wir brauchen eine Politik 2.0, um Inhalte wieder besser vermitteln zu können und Menschen zur regelmäßigen aktiven politischen Teilhabe zu bewegen. Also nicht nur um zu wählen, sondern auch um eine thematische Einmischung zu erreichen. Wir müssen uns daher stärker den neuen Medien als Kommunikationsplattformen annehmen und neue Beteiligungsformen entwickeln, real und digital. Schlagwörter sind hier beispielsweise Open Government, Transparenz und direkte Demokratie. Ich möchte diesen Prozess mit meiner Kandidatur anstoßen und gemeinsam mit Euch nach und nach umsetzen!

Alte Werte zu bewahren und neue Chancen aufzugreifen, waren schon immer unser Grundsatz. Deshalb:
- Lasst uns unsere grünen Wurzeln nicht vergessen, aber gleichzeitig auch die jungen Triebe pflegen!
- Lasst uns ein Zeichen setzen, dass wir Grünen nicht alt und verstaubt sind, wie es die Piratenpartei glaubhaft machen will. Auch wir sind jung, modern und voller Ideen und eben keine Ein-Themen-Partei!
- Lasst uns gemeinsam durch einen engagierten, kurzen und knackigen Grüne Jugend-Wahlkampf einen grünen Frühling erleben!